Border Allein Podcast · Folge vom 30. Juli 2026
Voll — und trotzdem leer Die sechs Hunger, die dein Leben steuern — und warum du nicht kaputt bist
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Worum es in der Folge geht
Voll — und trotzdem leer
Die sechs Hunger, die dein Leben steuern — und warum du nicht kaputt bist
Dein Kalender ist voll. Dein Kopf ist voll. Von außen funktioniert alles. Und trotzdem ist da diese Leere, die kein Termin und kein Mensch je ganz füllt.
Wenn du das kennst: Du bist nicht kaputt. Du hungerst. Nur nicht nach dem, was du gerade serviert bekommst.
In dieser Folge geht es um sechs tiefe Hunger, die jeden Menschen antreiben — nach Sicherheit, nach Lebendigkeit, nach Bedeutung, nach echter Verbindung, nach Wachstum und danach, etwas zu geben. Bedürfnisse, die gestillt werden wollen. Koste es, was es wolle.
Das Problem: Im Überlebensmodus stopfen wir diesen Hunger mit Fälschungen. Wir verwechseln Dauerstress mit Lebendigkeit. Aufopfern mit Selbstwert. Festhalten mit Sicherheit. Geteilten Schmerz mit Nähe. Es füllt für einen Moment — und lässt uns leerer zurück als vorher.
Wir schauen gemeinsam hin: warum das passiert, welcher Hunger bei dir gerade am lautesten ruft, und womit du ihn heimlich abspeist. Nicht, um dich zu reparieren — an dir ist nichts falsch. Sondern damit du zum ersten Mal klar siehst, wonach du wirklich hungerst, und den Weg hin zu echter Fülle wiedererkennst.
Ehrlich, tief und auf Augenhöhe. Für alle, die so intensiv fühlen, dass „denk doch mal positiv" noch nie gereicht hat.
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Border Allein – Von Borderline zur Skyline. Deine Geschichte beginnt hier.
Themen: innere Leere, emotionale Grundbedürfnisse, Überlebensmodus, Hochsensibilität, Selbstwert, echte Verbindung, emotionale Selbstführung.
Transkript der Folge lesen
Automatisch erstellt und leicht bereinigt (Werbehinweise gekürzt). Kleine Hörfehler sind möglich.
Ich fange mal heute mit einem Satz an, den du vielleicht so nicht am Schirm hast, beziehungsweise vielleicht auch nicht gehört hast, der etwas in dir lösen kann, wenn du ihn wirklich zulässt. Der Satz lautet, nichts an dir ist kaputt. Nicht dein Klammern, nicht dein Drama, nicht dein ständiges Funktionieren, nicht dein Aufopfern, nicht mal das, wofür du dich am meisten schämst. Alles, wirklich alles, was du tust, auch das, was dich kaputt macht, ist der Versuch, einen echten, tiefen, menschlichen Hunger zu stillen.
Und darum wird es heute gehen. Mit den einzigen Mitteln, die dein System jemals hatte. Heute zeige ich dir deine sechs Hunger, die hinter allem stehen, was du tust und warum du satt sein kannst und trotzdem irgendwie innerlich verhungerst. Wir sehen uns jetzt. So, herzlich willkommen zu einer neuen Folge Border Allein. Meine Damen und Herren, mein Name ist Sven, a. k. a. Border Allein. Wir sprechen heute über, ich sag mal, sechs Grundbedürfnisse. Ich nenne sie ganz bewusst weiterhin Hunger. Weil, wie im Intro bereits erwähnt.
Und lass uns direkt einfach reingehen, weil, wie gesagt, ich hab beim letzten Mal, glaube ich, schon gesagt, mir brennen so viele Folgen unter den Nägeln, auf der Zunge. Und ich hab Output. Ich hab so viel Output. Ich bin zwar wirklich, wirklich, wirklich dolle erschöpft. Ich geh aktuell so ein bisschen am Zahnfleisch. Aber ich hab Output. Ich hab so richtig Bock, mir Sachen von der Seele zu quatschen. Punkt eins. Aber auch Punkt zwei. Weiterentwicklungen voranzutreiben. Bei mir und auch bei euch. Wenn ihr Bock habt.
Also, wir alle haben gelernt, irgendwann auf unsere Muster zu zeigen, wie auf Defekte. Warum bin ich so? Warum halte ich an Menschen fest, die mir wehtun? Ich muss mich wieder ein bisschen tiefer setzen. Ach du. Bock. So. Warum brauche ich ein Drama? Warum kann ich nicht einfach mal loslassen? Das kennt ihr wahrscheinlich alle. Aber wichtig zu verstehen, meiner Meinung nach, ist ganz einfach Folgendes. Ein Muster ist niemals ein Defekt. Ein Muster ist eine Lösung. Eine Lösung, die irgendwann in eurem Leben mal funktioniert hat.
Die dich beschützt hat. Die dich am Leben gehalten hat. Als du vielleicht, ja, einfach keine, keine anderen Mittel zur Wahl hattest. Und deshalb ändert sich auch alles, wenn du aufhörst, dich zu fragen, was stimmt denn nicht mit mir? Und dann darfst du dich so ganz vorsichtig und ängstlich fragen, Welchen Hunger versuche, ich hier gerade zu stillen? Und warum ausgerechnet so? Denn hinter jedem dieser Muster steckt ja kein kranker Mensch, sondern ein hungriger Mensch. Der sich das genommen hat, was irgendwann gerade mal, keine Ahnung, verfügbar war.
Es gibt quasi, ich will euch das direkt mal als Bild aufzeichnen, quasi als audiovisuelles Bild. Es gibt quasi sechs Grundhunger in jedem Menschen. Vier davon gehören zu deiner Persönlichkeit und die Sorgen dafür, dass du überhaupt durch den Tag kommst. Zwei gehören zu etwas, ja, zu etwas Tieferem in dir. Nenne es von mir aus Geist, nenne es deine Seele. Sie sorgen jedenfalls dafür, dass sich ein Leben von innen heraus erfüllt anfühlt. Und diese insgesamt gerechnete sechs Hunger, die stillen wir immer ununterbrochen.
Der gibt jetzt keine Pause. Die einzige Frage ist nie, ob, sondern womit wir versuchen zu stillen. Denn für jeden Hunger gibt es einen Snickers, bevor wir zu Diva werden. Für jeden Hunger gibt es immer eine schnelle Lösung, die ganz kurz betäubt und danach noch mehr Hunger zurücklässt. Oder dich noch hungriger zurücklässt. Und, und, ähm, das ist, wie soll ich das erklären, ähm, aber es gibt auch eine Lösung, sag ich mal, die dich satt macht. Und das ist der, der Unterschied, irgendwie rappelt das hier im Karton, so, das hier ist der Unterschied zwischen einem Leben, das läuft und einem Leben, das sich, ja, vielleicht im höchsten Maße lebendig anfühlt.
Zwischen voll und trotzdem leer. Und du hast alle sechs dafür. Alle. Zwei oder drei führen davon dein Leben. Und meistens sind es genau die, die dich früher am meisten haben hungern lassen. Ähm, ich will hier keinen Vortrag halten, ja, sondern es ist eher so, ach, keine Ahnung, wie so eine Art, wie so eine Art Spiegel. Und vielleicht, wenn ihr da reinguckt, erkennt ihr euch ja wieder. Möglicherweise. Möglicherweise. Ich fange einfach mal mit dem ersten Hungergefühl an und das ist Sicherheit. Ein Grundbedürfnis. Hunger.
Sicherheit. Mein Boden muss halten. Du, ähm. musst ständig wissen, dass dein, dass dein Dach, was auf, auf Säulen, auf Wänden, an Außenwänden und tragenden Wänden steht, dass dieses Dach über dir bleibt, dass ein Morgen kommt, dass nicht jederzeit alles zusammenbrechen kann. Und, ähm, das ist der Grundstein, meiner Meinung nach, von allem. So, aber wenn dir früh in deinem Leben dieser Boden weggenommen wird oder der wird weggebrochen, dann lernt man eine verdammt bittere Wahrheit. Und ich habe irgendwie, ich übersteuere, warte mal.
Ne, ich muss immer noch so ein bisschen die Technik hier im Auge behalten, ich habe ein neues System. So, ähm, was wollte ich jetzt sagen? Ah ja, genau, dann lernst du eine bittere Wahrheit, genau. Ein Schmerz, den ich kenne, fühlt sich grundsätzlich sicherer an als ein Glück, das ich nicht kontrollieren kann. Und dann beginnt genau das, was nach außen hin so, so unbegreiflich aussieht. Also, dass Menschen an etwas festhalten, was ihnen ja augenscheinlich wehtut. An einer Beziehung, die sie vielleicht klein macht oder unzufrieden macht.
An reinen Funktionieren. Vielleicht auch an der Kontrolle, an der Kontrolle, an jedem verfickten Detail. Nicht, weil man den Schmerz liebt, sondern weil ein bekannter Schmerz berechenbar ist. Und Achtung, Berechenbarkeit fühlt sich an wie Überleben. Guck mal, man, wie soll ich sagen, man hält an Vertrautem fest, auch wenn es wehtut. An einer toxischen Struktur, funktionalen Modus, an allem irgendwie oder an allem kontrollierbaren. Und all das gibt dir kurzfristig Halt, kostet dich aber dein Leben, also deine Lebensqualität.
Weil man verwechselt Stillstand ganz schnell mit Sicherheit. Man bleibt quasi in einem Käfig drin, weil der einfach, der ist bekannt. Dieser Käfig ist mein, der hört sich jetzt ganz, ganz, ganz perfide an, aber wie, das ist mein Safe Place, den kenne ich, den kann ich. Ja, es gibt eine Sicherheit, die nicht an Bedingungen geknüpft ist, sondern die kommt von innen und die reißt mit dir. Und die muss man sich erarbeiten, aber die kann dir dann keiner mehr wegnehmen. Und jeder von euch kennt wahrscheinlich diesen Schmerz, diesen bekannten Schmerz.
Und der erste Moment, in dem dann jemand gemerkt hat, dass dieser Käfig, in dem ich mich befinde, gar nicht abgeschlossen ist, sondern ich da raus kann, ist immer dieser erste Step. So, der zweite Hunger, Abwechslung, Lebendigkeit. Der zweite Hunger ist genau das Gegenteil quasi. Man braucht Reize, Bewegung, Überraschung. Überraschung, ganz wichtiges Wort. Intensitäten. Weil ein Leben aus reiner Sicherheit, das wird irgendwann wie taub. Weil der Mensch, der braucht nicht nur einen sicheren Hafen, sondern der braucht auch Feuer.
Und gerade das Wort Überraschung ist ein ganz, ganz großes Wort. Ich habe mal irgendwo, ich weiß nicht wo, mal einen treffenden Satz gehört. Der Vater, der auf der Dienstreise ist, bringt dir den hundertsten Stoffelefanten mit, ist für dich keine Überraschung mehr. Aber wenn Opa und Oma kommen, die fragst du, habt ihr eine Überraschung für mich? Weil die sich wirklich Zeit für dich nehmen. Die nehmen sich an Intensität gefüllte Zeit, die sich für dich toll anfühlt und dann ist es eine Überraschung. Deswegen Überraschung ist ein ganz, ganz wichtiger Bestandteil der Lebendigkeit.
Aber auch im Überlebensmodus holt man sich diese Intensität oftmals über den einzigen Kanal, der immer offen ist. Über Krise, über Drama, über ein Rauschen im Kopf, das niemals aufhört. Bin immer noch zu nah dran. Die nächste Katastrophe, der nächste Konflikt, das nächste innere Chaos. Und dann passiert was, das dich selbst erschreckt. Ruhe fühlt sich für dich nicht friedlich an. Ruhe fühlt sich wie ein Verdachtsfall an. Als würde gleich irgendetwas passieren. Als hättest du irgendetwas übersehen. Und ehe du dich versiehst, produzierst du unbewusst die nächste Krise.
Weil Chaos sich in deiner Welt lebendig anfühlt. Das ist einfach mal sacken, bevor wir jetzt zum nächsten Hunger kommen. Und der nächste Hunger ist Bedeutung. Gesehen werden. Wichtig sein. Man will nicht nur irgendein Möbelstück im Leben anderer sein. Sondern jemand, der eine gewichtige Rolle spielt. Der gesehen wird. Ja, der wichtig ist. Auch das ist zutiefst menschlich. Keiner von uns, weder du noch ich, will unsichtbar sein. Und viele von euch da draußen haben einen ganz klugen Weg gefunden. Sich diese Bedeutung zu holen.
Und zwar, indem man immer der Starke ist. Der, der den Laden hier zusammenhält. Der, der immer funktioniert. Immer aufhängt und immer rettet. Der, den alle rufen, wenn es immer wieder brennt. Das Problem ist nur der Satz, der leise so als Untertitel quasi mitläuft. Ich bin wichtig, solange ich funktioniere. Solange man mich braucht. Und damit macht man seinen Wert abhängig von einer Leistung. Du verschwindest quasi hinter deinem Nutzen, hinter deiner Nützlichkeit anderen gegenüber so rum. Und ganz tief in dir lebt eine Angst.
Wenn ich einmal nicht abliefere, bin ich dann überhaupt noch was wert? Wer fühlt sich angesprochen? Ich glaube, viele von euch kennen das. Kommen wir trotzdem zum nächsten Hunger. Verbindung. Vor allen Dingen ist das der tiefste Punkt, glaube ich, von allen. Gesehen werden, verstanden werden. Nicht alleine sein mit dem, was in einem los ist. Dazu gehören, ohne sich verstellen zu müssen. Und ich glaube, das ist der Hunger, der bei vielen am lautesten schreit, wo der Magen vor Hunger am lautesten knurrt. Und am leisesten und am wenigsten gesättigt und gestillt wird.
Weil du kennst das. Du kannst mitten unter Menschen stehen, umgeben von Leuten, die dich mögen. Und dich trotzdem fühlen wie hinter so einer Glasscheibe. Die sehen dich lachen, aber niemand sieht, durch diese Scheibe, wie es dir wirklich geht. Niemand. Und weil zum Beispiel echte Liebe immer, immer das Risiko trägt, dass man verletzt wird, gibt man sich oftmals mit der schnellsten und einfachsten Version zufrieden. Mit Nähe, die gar nicht wirklich real ist. Mit Beziehungen, in denen ihr euch über gemeinsamen Schmerz verbindet, statt über Offenheit.
Mit, weiß ich nicht, mit Kontakten über den Bildschirm nur. Mit Menschen, die dich brauchen, aber nicht kennen. Das ist meiner Meinung nach der mit Abstand grausamste Trick von allen. Du bist umgeben von Kontakten. Von einem Partner, der nur ein Kontakt ist. Und du verhungerst qualvoll an echter Nähe und bist sowas von leer. Weil du dich mit der schnellsten, verfügbarsten Version zufrieden gibst. Mit Nähe, die nicht wirklich nahe ist. Komm mal einfach mal, ich lasse das mal so stehen. Ich lasse das einfach mal so stehen.
Es gibt noch zwei. Die letzten beiden Hunger. Oder die letzten beiden Hungergefühle. Und die sind ein bisschen anders. Die ersten vier, von denen wir jetzt gesprochen haben, die halten dich quasi am Leben. Jetzt kommen aber zwei, die machen ein Leben lebenswert. Oder sollten sie. Weil, und das ist jetzt auch ziemlich wichtig in diesem Kontext, im reinen Überlebensmodus sind die immer blockiert. Immer blockiert. Wenn ich jetzt sage, hör mal genau hin. Weil das jetzt hier vielleicht einen alten Vorwurf auflösen kann, den du dir vielleicht seit Jahren machst.
Kann. Dieses, warum entwickle ich mich nicht weiter? Warum sabotiere ich mein eigenes Wachstum? Warum kriege ich mein Leben nicht auf die Kette? Und die Antwort ist nicht, weil du faul oder dumm bist. Sondern, und die ist auch nicht, weil du wachstumsscheu bist. So, der Gedanke, der Wunsch, der ist da. Aber solange die ersten vier Hungergefühle, die ich jetzt beschrieben habe, auf Notstrom laufen, in einem Notstromaggregat, betrieben werden. Solange du dafür all deine Energie, all deine Kraft verwendest, um dich sicher zu fühlen, wichtig und irgendwie verbunden oder gebunden zu fühlen, dann hast du einfach nichts mehr übrig.
Dein System, der schafft kein Wachstum mehr, solange es glaubt, es geht hier ums nackte Überleben. Du bist sozusagen emotional komplett ausgebrannt. Sprich also, bevor ich jetzt zum fünften Hunger komme, wenn die anderen vier quasi im Überlebensmodus sind, wird es mit den kommenden zwei jetzt schwierig, sehr schwierig, weil ihr befindet euch im nackten Überlebenskampf. Der fünfte Hunger ist Wachstum. Etwas in dir will größer werden oder sein als dein eigener Schmerz, will lernen, sich zu entwickeln, mehr zu werden als das, was gerade in dir passiert, das, was du gerade bist.
Und das ist auch kein Selbstoptimierungsdruck. Es ist was ganz Leises. Das Gefühl, dass Bewegung sich lebendig anfühlt und Stillstand sich anfühlt wie so ein ganz langsames Ersticken. Guck mal, man sagt, was in der Natur nicht wächst, fängt an zu sterben. Ich lasse es jetzt mal so offen. Nicht jeder Grashalm, der nicht wächst, stirbt vielleicht direkt. Aber als gemaltes Bild für deine Seele, schwöre ich euch, treffe ich mit diesem Vergleich in Schwarze. Ein Mensch, der sich nirgends mehr weiter bewegt, wird taub. Er wird taub.
Nochmal im Überlebensmodus ist eure Energie schon aufgebraucht. Man will wachsen, man will sich entwickeln, man will weiterkommen, man will neue Beziehungen eingehen, neue Freundschaften. Man möchte. Aber man kommt nicht dazu, weil man erschöpft ist. Man ist einfach erschöpft. Und da muss man wirklich hinkommen, dass echtes eigenes Wachstum als Nahrung statt als Betäubung zu sehen ist. So ein erster kleiner Schritt, der nicht aus Druck kommt, sondern vielleicht auch aus Neugier. Wie auch immer. Der letzte Hunger ist ein Beitrag.
Nennen wir es Beitrag. Etwas zu tun, das größer ist als du selbst. Zu geben, zu unterstützen, etwas zurückzulassen. Die tiefste Freude entsteht ja nicht durchs Nehmen, sie entsteht durchs Teilen. Auch hier gibt es so eine feine, wichtige Unterscheidung. Gerade für Menschen wie vielleicht für dich, die so viel geben. Es gibt einen Unterschied zwischen geben, weil du überläufst und geben, weil du hoffst, endlich genug zu sein. Das Erste, das wird dich nähren. Das Zweite wird dich noch weiter ausbrennen lassen. Und genau deshalb steht dieses Hungergefühl, dieses Grundbedürfnis auch für mich am Ende.
Du kannst erst wirklich einen wirklichen Beitrag, einen wirklich intensiven, kraftvollen, energiegeladenen Beitrag leisten für deine Kinder, deinen Partner, deine Menschen. Kannst du erst dann leisten, wenn du selber nicht mehr verhungerst. Respektive auch an dich selbst. Aus einem vollen Glas gießt es sich extrem leicht. Aus einem leeren gießt du dich nur selbst aus. Schwierig, oder? Ich sage ja, ich habe viel Output. Ich merke selber, wie tief auch die letzten Folgen gehen. Und das ist immer ein gutes Zeichen. Bei mir ist das ein gutes Zeichen.
Ganz viel Reflexion. Ich muss aber erst mal was trinken. Und ich wette mit euch, ich wette mit euch, an mindestens drei Stellen, sagen wir, sagen wir zwei bis drei Stellen, hat es dich richtig erwischt. Bin ich mir sicher. Dieses, oh scheiße, das bin ich. Merk dir die einmal. Merk dir die. Denn es gibt keinen Typen, kein Typus, keine Schublade, in den du reingehörst. Es gibt nur deine Mischung. Diese zwei, drei Hunger, die dein Leben führen. Jeder Mensch ist in seiner Einzigartigkeit einzigartig und individuell. Ne, es ist eine Doppelbitte, ist auch egal.
Und diese Verhältnisse zwischen diesen Hungergefühlen, zwischen diesen Bedürfnissen, die sind bei jedem Menschen komplett unterschiedlich. Komplett unterschiedlich. Aber ihr könnt einfach mal hergehen für euch und das mal prozentual für euch einzuordnen, also versuchen einzuordnen. Und wirklich, es lohnt sich immer zu fragen, welche Bedürfnisse sind das bei mir? Welche Hungergefühle sind es bei mir? Und wann haben die zum ersten Mal so richtig laut gehungert, so richtig, dass der Magen geknurrt hat? Denn meistens sind die Hunger, die sich heute am stärksten anfühlen, genau die Hunger oder die Hungergefühle, die früh am häufigsten leer ausgingen.
Du musst diese Bedürfnisse, also ganz wichtig, wirklich ganz wichtig, diese Bedürfnisse musst du nicht loswerden. Du kannst die nicht loswerden. Das ist, das ist ein Teil von euch. Das hat nichts mit Stärke und Schwäche zu tun. Sie sind der Beweis dafür grundsätzlich erstmal, dass du lebst. Die einzige Frage, die einzige Frage ist, womit fütterst du dich? Und ich sage dir auch, warum die schnelle Lösung so verdammt schwer loszulassen ist, sage ich mal, weil sie verlässlich ist. Sie ist verlässlich. Sie liefert immer einen kleinen Treffer, sofort, garantiert.
Und ein sicherer kleiner Treffer schlägt für ein verletztes System jederzeit eine unsicher große Mahlzeit auf den Tisch. Das ist die Mathematik des Überlebens. Denn System ist nicht dumm. Damit hat das alles nichts zu tun. Es ist vorsichtig. Es hat hier nichts mit Charakter, mit Stärke, mit Schwäche, mit Dummheit oder mit Intelligenz zu tun. Nein, denn System arbeitet auf Erfahrung basiert. Deshalb fängt Veränderung auch nie damit an oder darf sie niemals damit anfangen, dass man gegen sich kämpft. Niemals. Sie fängt damit an, dass du diesen einen dieser ehrlichen Hunger beim Namen nennst und ihm zu allerersten Mal echte Nahrung gibst, statt Betäubung.
Ein einziger Hunger reicht. Der Rest folgt. Glaub mir, der Rest folgt, weil ein satter Hunger, ein gesättigtes Hungergefühl, das wird aufhören, dein Leben zu steuern, zu manipulieren und dich einfach in den Zwängen, in denen du steckst, loslassen. Jetzt stell dir einfach nur mal vor, einer dieser Bedürfnisse, einer dieser Hungergefühle, einer dieser Hunger wird zum ersten Mal gestillt. Echt gestillt. Wenn Sicherheit nicht mehr an Festhalten hängt. Wenn du dich einmal wirklich auch gesehen fühlst, beachtet fühlst, geliebt fühlst, das ganze System atmet aus.
Es atmet aus. Und dann passiert was ganz Irrsinniges. Ihr tankt neue Kraft. Kraft, die vorher komplett ans Überleben gebunden war. Und mit dieser Kraft ist Wachstum kein ich sollte mal oder ich könnte ja mal, sondern es ist wie so ein Sog. Wie so ein Sog. Aber all das, pass mal auf, ich weiß, es hört sich vieles immer ganz einfach an, wenn ich hier so sitze und erzähle. Für mich war es jahrelange Arbeit. Und ich habe die zum größten Teil alleine bewältigt. Ich bin jemand, der hat Systeme daraus gebaut. Ein, ein, egal.
So. Was ich damit sagen will ist, das ist Arbeit. Richtig Arbeit an sich selbst. Das ist nicht an einem Nachmittag durch das Hören dieser Podcast-Folge hier getan. Das geht nicht. Und ehrlicherweise sage ich euch aus Erfahrung, es ist nicht gut, damit allein zu sein. Es ist immer gut, auch in Zeiten, wo heutzutage Therapieplätze gekürzt werden, bekürzt werden, wo Gelder gekürzt werden und, und, und. Ich will mich da jetzt nicht großartig drüber ausrasten. Genau, das ist nämlich dein Stichwort, sonst raste ich aus, wenn ich mich auslaste.
Aber trotzdem gebe ich euch den guten Rat, macht es mit jemandem, der darüber schaut, der euch auf diesem Weg begleitet. Oder ihr habt vielleicht sogar jemanden, dem ihr das zutraut, aber bitte nicht aus der engen Familie, das geht immer schief. Weil alle Hunger, die dich am meisten steuern, sind die, die du selber persönlich gar nicht sehen kannst oder am schlechtesten siehst. Weil du steckst da mittendrin. Du bist nicht objektiv, du bist subjektiv. Und man braucht da einfach jemanden, der von außen objektiv drauf schaut, ohne Wertung, ohne, ohne euch zu verurteilen, aber halt verdammt ehrlich.
Und das ist der, auch der Grund, warum sich ein guter Coach niemals selbst coachen würde? Und warum ein guter Coach niemals seine Partnerin, sein Partner, Kinder, Verwandte, Freunde coachen würde? Weil die Objektivität nicht mehr da ist, die Nähe ist zu nah. Das aber nur am Rande. Jetzt habe ich zum Abschluss eigentlich nur noch eine Frage, die lasse ich euch mal ganz gerne hier liegen. Die lasse ich euch einfach jetzt hier liegen und füttert. Die führt die mal so ein paar Tage einfach mit euch rum. Welcher deiner Sex-Hunger fütterst du gerade mit etwas, das dich überhaupt niemals wirklich satt macht?
Du musst darauf keine Antwort finden. Du musst auch nichts reparieren. Darum geht es mir nicht. Lass die Frage einfach da sein. Lass sie so wie so ein Elefant ruhig im Raum erstmal lassen. Alles gut. Und schau einfach mal, was sie dir in den nächsten Tagen von selbst zeigt. Wenn du Bock hast, kannst du mir gerne schreiben, welcher Hunger dich heute am meisten erwischt hat. Schreib mir, wie bekannt, unter coaching-at-border-allein. de. Ich versuche immer alles zu lesen. Und ganz zum Schluss bitte nochmal, ihr seid nicht kaputt.
Keiner von euch. Ihr seid hungrig. Ihr seid hungrig. Und Hunger kann man stillen. Deine Geschichte fängt hier an. Mein Name ist Sven aka Border Allein. Bis nächste Woche.
Hinweis: Der Podcast teilt persönliche Erfahrungen und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. In einer akuten Krise: Telefonseelsorge 0800 111 0 111, Notruf 112.